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Handel treiben mit fremden Ländern

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Burgwald, 13.04.2010

Handel treiben mit fremden Ländern


Quelle: Frankenberger Zeitung
Autor: Martin Baumgartner

Burgwald. Der Außenhandelskaufmann Felix Heute ist der beste Azubi seines Jahrgangs im Gebiet der Kasseler Industrie- und Handelskammer. Er hat den Beruf bei Osborn International gelernt. Seit Anfang April gibt es in dem Burgwalder Unternehmen keine Kurzarbeit mehr, der Auftragseingang hat wieder angezogen.

Felix Heute sei ein richtiger "Überflieger", sagt Ronald Stiehl, Personalleiter bei Osborn International: Der junge Mann absolvierte seine Ausbildung in zweieinhalb statt drei Jahren und schloss dennoch mit dem besten Prüfungsergebnis seines Jahrgangs ab: Sehr gut. Bei dem Burgwalder Unternehmen, das technische Bürsten und Werkzeuge zur Oberflächenbehandlung produziert, erlernte Heute den Beruf des Groß- und Außenhandelskaufmanns. Felix Heute hat ein besonderes Interesse für die arabische Welt. Darum hatte der gebürtige Erlanger nach dem Abitur ein Studium der Islamwissenschaft in Kiel begonnen, brach es aber nach zweieinhalb Jahren ab. "Es war mir etwas zu lebensfern, buchlastig und theoretisch", sagt der 26-Jährige. "Ich wollte etwas Handfestes machen."

So entschied er sich für Außenhandel. Nach Nordhessen kam er nicht zuletzt, weil seine Freundin in Kassel studierte. Die Firma Osborn sei der einzige Betrieb gewesen, wo er einen Ausbildungsplatz mit der Spezialisierung "Außenhandel" gefunden habe, erklärt Heute. Auch gebe es nur eine einzige Berufsschule für diese Ausbildung im IHK-Bezirk Kassel - und die ist in Marburg. Die Ausbildung ist zweisprachig, Englisch und Spanisch sind Pflicht, außerdem ein Auslandspraktikum, das Heute in Wales absolvierte. Besondere Schwerpunkte waren internationale Korrespondenz, Zollwesen sowie "kulturelle Kompetenz", also der richtige Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern. "Da kann man elementare Fehler machen", sagt er, etwa, was den Blickkontakt mit seinem Gegenüber angeht.

Osborn ist ein international tätiges Unternehmen, beliefert laut Stiehl 90 Länder und hat auch enge Geschäftsbeziehungen in den arabischen und ostasiatischen Raum. Aus seiner Studienzeit hat Heute einige Arabischkenntnisse und das Unternehmen bot ihm nach der erfolgreichen Prüfung an, für Osborn im arabischen Raum tätig zu sein. Diese Stelle habe ihn sehr gereizt, sagt Heute. Doch er entschied sich dafür, sein Studium an der Uni Marburg fortzusetzen, diesmal in der Fachrichtung Orientalistik mit Schwerpunkt "Wirtschaft des Nahen und Mittleren Ostens". Er könne sich aber vorstellen, nach dem Universitätsabschluss wieder in der Wirtschaft tätig zu sein.

Insgesamt hat das Burgwalder Unternehmen 24 Lehrlinge: 16 im kaufmännischen Bereich und 8 im gewerblichen. Es werden verschiedene Ausbildungsberufe angeboten, berichtet Personalreferentin Michaela Theis: Neben Groß- und Außenhandelskaufmann auch Industriekaufmann, Handelsfachpacker, Fachkraft für Lagerlogistik, Fachinformatiker, Industriemechaniker sowie Elektroniker für Betriebstechnik. Außerdem beteilige sich Osborn am dualen Studiengang "Systems Engineering" der Frankenberger Berufsakademie. Derzeit beschäftigt Osborn einen Studenten. "Wir haben unsere Azubis zum größten Teil übernommen", sagt Stiehl. Fast die gesamte kaufmännische Mannschaft bestehe aktuell aus eigenen ehemaligen Lehrlingen. Deren Leistungen lägen oft über dem IHK-Durchschnitt, betont er. Das Unternehmen hat 249 Mitarbeiter.

"Der April ist der erste Monat ohne Kurzarbeit", sagt er. Dank dieser Regelung habe Osborn seine gesamte Belegschaft halten können. Unternehmen und Mitarbeiter hatten einen Beschäftigungspakt geschlossen, in dem die Geschäftsführung zusagt hatte, niemanden zu entlassen, und die Beschäftigten auf einen Teil des Weihnachts- und Urlaubsgeldes verzichteten. Nach einem Rückgang um 30 Prozent während der Krise sei der Auftragseingang laut Stiehl zuletzt wieder deutlich angestiegen. "Es sieht relativ gut aus."